| Keckeis bläht den teuren "Wasserkopf" auf |
| Posted on Mai. 14 2006,14:49 by Thiu |
Gelesen in der Sonntagszeitung vom 14.5.2006:
| Zitat | von Christoph Lauener Bern - Finanzpolitiker des Nationalrats befürchten, Armeechef Christophe Keckeis baue wesentlich weniger Personal ab als die politisch beschlossene Reduktion von 2500 Stellen. Die Armeeführung streiche Arbeitsplätze von Menschen mit verhältnismässig tiefen Löhnen in der Administration der Zeughäuser, schaffe dafür aber teure Stabsstellen. ei der Prüfung der Staatsrechnung 2005 stellte die zuständige Subkommission der Finanzkommission fest, dass trotz des angekündigten massiven Personalabbaus die Personalkosten im Bereich Verteidigung kaum sinken. Die Rechnung 2005 weist bei Personalkosten von mehr als einer Milliarde Franken bloss einen kleinen Rückgang um rund 25 Millionen aus. Damit wurde nur ein Zehntel jener 250 Millionen Franken kompensiert, um welche die Personalausgaben 2004 gestiegen waren.
Netto habe die Armeereform bisher massive zusätzliche Personal ausgaben verursacht, statt wie vorgesehen die Konsumausgaben zu Gunsten von Investionsmöglichkeiten in Rüstungsgüter zurückzufahren, vermuten die Finanzpolitiker und verlangten von Armeechef Keckeis präzisere Auskunft.
Keckeis liess ihnen für die Sitzung vom 25. April eine dürre Tabelle über die «Stellenentwicklung im Bereich Verteidigung von 2000 bis 2005» zukommen. Das Dokument, das der SonntagsZeitung vorliegt, nährt den Verdacht der Finanzpolitiker zusätzlich: Im Vergleich zum Jahr 2000 wurden seit Beginn der Reform netto kaum Stellen abgebaut.
Keckeis Personalkosten wachsen kontinuierlich
Zwar sank der Personaletat der verschiedenen Armeeverwaltungen und der Logistik um etwa 1300 Stellen. Gleichzeitig wurden mit der Umsetzung der Armee XXI Ausbildner- und Stabsstellen im gleichen Umfang geschaffen. So wurde der Führungsstab von 230 auf 450 Stellen praktisch verdoppelt. Auch Keckeis eigener Stab wächst kontinuierlich Jahr für Jahr um einige Stellen.
«Keckeis muss uns endlich klare Informationen liefern», sagt Kommissionspräsident und SVP-Nationalrat Hermann Weyeneth. «Nach wie vor besteht der Verdacht, dass die Armeeführung, statt wirklich zu sparen, den teuren Wasserkopf der Armee aufbläht.»
Auch Sicherheitspolitiker, wie SP-Nationalrat Boris Banga, werden skeptisch: «Die Armeeführung hat das Wachstum der Stäbe nicht im Griff. Es stellt sich die Frage, ob nicht einfach Stellen verschoben, statt wirklich abgebaut werden.» Und Banga weiter: «Das muss sich ändern, wenn Keckeis das Ziel, die Armee von Konsumausgaben zu befreien, um wieder vermehrt in Rüstung investieren zu können, erreichen will.»
Die unklaren Angaben von Keckeis ärgern Weyeneth und seine Kommission. «Arrogant, liederlich und eine Zumutung», seien die Erklärungen des Armeechefs, sagt Weyeneth.
Nun will Weyeneth den Armeechef zur Abfassung eines ausführlichen Berichtes verpflichten. Vorauseilend erklärt Keckeis-Sprecher Felix Endrich, der grösste Teil des Stellenabbaus stehe erst an. Endrich gibt aber zu, die Stellenzahl in den Stäben sei «zurzeit höher» und müsste in den kommenden Jahren «zu Gunsten von Einsatz, Ausbildung und vernetzter Operationsführung verschoben werden». |
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